Sieht man das „Southern Cross“?

Ich nicke ihr wiederholt mit einem wohl etwas zu breitem Grinsen zu, worauf sie freundlich aber etwas verwirrt fragt:“ Are you ok?“ Ich antworte ihr mit einem noch breiterem Grinsen:“ I`m great thank you. I`ve got fun.“ Das war ihr wohl eine zu schwache Erklärung für das Hochgefühl, das mir auf drei km Entfernung offensichtlich ins Gesicht geschrieben stand, wegen des Schiffes, welches wegen dem starken Wellengang jede Achterbahn in den Schatten stellte.

 

Es ist dunkel geworden. Ich schaue auf. Ich wechsle aus der Sitzposition, in der ich lange völlig fasziniert den Bewegungen des grün beleuchteten Wassers im Pool gefolgt bin, in die Liegeposition und schaue mit fast kindlicher Bewunderung in den Nachthimmel. Ich sehe nicht viel. Naja wie denn auch? Es ist recht bewölkt, wie so oft auf den Fiji Inseln. Ich frage mich, ob man wohl von den Fiji Inseln aus auch das so berühmte australische „Southern Cross“ sieht, das in Down Under auf der Flagge abgebildet ist. Ein interessanter Gedanke könnte man jetzt meinen, wenngleich auch recht fremd für mich, da ich schon in Deutschland nicht gerade mit meinem Wissen über Sternenbilder angeben würde. Dann denke ich wieder an die Bootsfahrt. Ich muss irgendwie anfangen zu lächeln. Die junge Dame, die sich nach meinem Wohlbefinden erkundigt hatte, muss wohl ziemlich sicher davon ausgegangen sein, dass ich irgendwelche Drogen zu mir genommen habe, da die Glückshormone, die diese erschreckend unsicher wirkende Fahrt bei mir auslöste, mir wohl allzu deutlich zu Gesicht gestiegen waren. Dann spreche ich innerlich eine Entschuldigung aus und hoffe, dass die vielen „lebenden Leichen“, wie ich sie zu nennen pflege, mir meine extrovertierte Freude über das Erlebnis nicht böse genommen hatten. Dann schweife ich wieder ab und denke an mein Zuhause. Wie gerne ich diese unfassbaren Erfahrungen, die ich alleine in 3 Wochen mitgenommen habe, mit meinen Freunden, meiner Familie und natürlich mit Alina teilen würde. Sind wir mal ehrlich! Die Fidschianischen Yasawa Inseln öffnen sogar einen Homo Faber für die Romantik. Ich muss Lachen. Was wohl meine Deutschlehrerinnen sagen würden, wenn sie wüssten, dass doch irgendwas hängen geblieben ist bei mir. Das werde ich in meinen Blog schreiben. Ich kann es fast hören, wie meine Schwester laut fragen würde, was ich denn eigentlich schon wieder für ein Blödsinn fasle und daraufhin vielleicht etwas überdramatisiert den Kopf schüttelt. Ich würde sie sicher etwas missmutig anschauen und dann jedoch entschuldigend in das laute Gelächter meines Vaters miteinstimmen. Vermisse ich das alles schon? Ich vermisse Alina. Das muss ich zugeben. Aber bin ich bereit mir selbst einzugestehen, dass ich meine Freunde und meine Familie vermisse?  Man würde wohl sagen ein Junge meines Alters erlebt so viel auf einer so großen Reise, dass es ihm schon verziehen sein müsste, dass er nicht die ganze Zeit an seine Familie denkt und sich etwas weniger meldet, als möglicherweise angebracht wäre. Das könnte dann auch ein Grund sein, warum sich die Eltern nicht alle 2 Tage melden und fragen, ob mit ihrem Zögling auch alles in Ordnung sei und was er denn so treibe.

Der Wind steigert sich und ich schrecke aus meinen Gedanken, da ich, wie eigentlich alle paar Minuten, eine im Augenwinkel hin und her schwenkende Palme für eine sich schnell nähernde Person gehalten habe. Dann denke ich wieder an die Atemberaubende Zeit auf den Fiji Inseln, an das glasklare Wasser, an die denkwürdigen Erfahrungen bei Mesake, an die super Kletterausflüge auf die scharfkantigen Felsen von Kuata Island und an die einfach hammer geile Zeit mit Lukas, die ich durchweg sehr genossen habe.

 

 

So habe ich meinen Blogeintrag mal etwas anders gestaltet. Ich hoffe natürlich, er euch gefallen hat. Hiermit wollte ich mal einfangen, wie es ist, plötzlich auf der anderen Seite an einem der schönsten Orte dieser Welt zu sitzen und seinen Gedanken mal freien Lauf zu lassen. Ich muss es jetzt natürlich aussprechen und stelle mir vor wie meine Familie sich ganz verwundert diesen Blogeintrag zeigt und sich daraufhin bei mir meldet. 😀 :

Ich vermisse meine Freunde und natürlich meine Familie. Neben all den Erlebnissen, die ich gerne mit euch geteilt hätte, ist man es gewohnt so viele super gute Freunde um sich zu haben, die einen aufbauen, einen verstehen und für jeden Spaß zu haben sind; Und natürlich als letzte Instanz immer seine Familie um sich zu haben. 😀 Also trotz meiner großen Reise, der großen Entfernung, den vielen netten Menschen die ich kennen lernen darf und den Erfahrungen, liebe Grüße an meine Freundin, meine vielen super Freunde; Meine beiden Geschwister, meine Mutter, meinen Vater, alle die zu meiner Familie dazu gehören und natürlich auch irgendwie an den oft Nerv tötenden Hund Marlon. 😀 Ich vermisse euch. 😀

 

Viele Liebe Grüße euer Coco

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