Roadtrip

Wenn ich jetzt zurück denken soll an den Road Trip brauche ich euch wohl nicht erzählen wie schöne Orte wir gesehen haben, wie weite Strecken wir mit unserem Auto hinter uns gebracht haben, Wie heiß es wurde, desto weiter wir Richtung Norden kamen.

Individuell ist es wahrscheinlich viel mehr, wie Ich (Am besten kann ich natürlich darüber schreiben was ich gefühlt habe) mich über diese Zeit gefühlt habe, wie man sich irgendwann rastlos fühlt, wie man sich irgendwann mit allem was man macht nicht mehr ausgeglichen fühlt. Wie unbequem es irgendwann wird, was für denkwürdige schöne Momente man erlebt und dabei das Gefühl und die Erinnerung daran kaum festhalten kann. Wie man sein Zuhause plötzlich als paradiesische perfekte Welt für sich in der Erinnerung ausschmückt.

Der Road Trip beginnt wohl, wie bei jeder großen Ausfahrt mit dem brennenden Drang endlich aufzubrechen und einzigartiges zu erfahren. Das zwischen den aufregenden und ergreifenden Momenten auch solche gibt, wo man an Geld denken muss, gelangweilt und unzufrieden ist, dass will man bis dahin natürlich nicht glauben, schließlich gibt es Langeweile in Abenteuerfilmen ja auch nicht. Daraus folgt, dass man, wie es mir scheint, meistens erst am Ende, wenn man anfängt die Geschichte verkürzt Freunden und solchen die es wissen wollen zu erzählen, erkennt wie viel man erlebt hat und dass der Unterschied zu Filmen nicht daran liegt, dass die eigene Reise langweilig ist, sondern das wir die langen Sequenzen zwischen drin nicht raus schneiden können.

Von der Schönheit der australischen Westküste muss sich wohl jeder selbst überzeugen. Womit ich jedoch gar nicht gerechnet habe ist, wie langweilig schöne Orte werden können. Nach dem 10. paradiesischen Strand mit glasklarem Wasser (man will es kaum glauben), ist die Nr. 11 tatsächlich nicht mehr so aufregend. Tatsächlich haben Alina und ich nach einer Weile feststellen müssen, dass man auch im Paradies unzufrieden sein kann. Wie das fragt ihr euch? Nach einer Weile merkt man wie anstrengend es ist, anzuhalten etwas anzuschauen und dann aber direkt weiter zu fahren, weil die Campingpreise erst mit therapeutischen betten und Sternekoch anfangen. Glaubt ihr nicht, dass es das gibt? Gut ich eigentlich auch nicht, aber das war mir die einzig logische Erklärung, warum man auf einem Campingplatz 40$ pro Nacht für ein Stück Gras verlangen kann und im Falle, dass tatsächlich auch noch jemand auf die lächerliche Idee kommen sollte darauf schlafen zu wollen, man 12$ pro Person extra zahlen muss. Na? Sag ich doch, wenn nicht genau das Fleckchen Erde vom Papst persönlich heiliggesprochen wurde, lassen sich solche Preise nur mit einem Sternekoch erklären. Naja wie dem auch sei.

Ich denke nicht nur an überhöhte Preise wenn ich zurück denke. Die Westküste war einer der schönsten Orte die ich soweit sehen durfte. Für uns wurde es aber auch unerwartet entmutigend die Fahrerei, der fehlende Action, die Rastlosigkeit, die hohen Kosten, die dafür sorgen, dass man in einem 4$ Second Hand Zelt lebt und an allen Ecken spart und trotzdem das Gefühl hat man verpulvert das wenige Geld, das man sich extrem hart erarbeitet hat, viel zu schnell. Im Nachhinein merke ich wie viele nette Menschen wir trotzdem kennen gelernt haben und wie viel wir eigentlich  zu erzählen haben.

 

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