Perth

Langsam schlendern Alina, Daniel ein Australier, den wir kürzlich kennen gelernt hatten und ich durch Fremantle. Es ist ausnahmsweise mal wieder ein recht sonniger Tag, nachdem jetzt nun doch völlig verspätet der Winter über Perth eingebrochen ist und die Tage kalt und regnerisch über einem hinweg fliegen. Heute besuchen wir nun zum letzten Mal den Fremantle Market, bevor wir dann unseren Roadtrip beginnen; Ein völlig überfüllter kleiner Markt auf dem man erstaunlich billige Früchte und super leckeres Essen genießen kann.

Wenige Tage später schon ist dann unser letzter gemeinsamer Abend mit unseren Freunden und Mitbewohnern, die Alina und Ich über diese lange aber viel zu kurze Zeit doch sehr ins Herz geschlossen haben.
Ich stehe da und verzichte darauf als erstes vom Essen zu nehmen und genieße erst mal noch den Geschmack des Rums. Durch die völlig überhöhten Preise, die man in Australien für Alkohol zahlt bin ich in der letzten Zeit doch sehr selten mal zu dem Versehen gekommen etwas zu trinken, geschweige denn einen guten Rum. Ich betrachte die international zusammen gewürfelte Gruppe, die wir zu unserem letzten Abend in Perth eingeladen haben.

Als erstes natürlich Tim (deutscher) unser Mitbewohner, mit dem wir am meisten Zeit verbracht haben, der uns mit seiner völlig verrückten Art wohl maßgeblich geprägt hat und der am Ende natürlich an jeder Ungepflogenheit, die mir meine Familie und Freunde bei meiner Rückkehr anprangern werden, schuld ist! 😉

Immer mit dabei war natürlich der Zwerg namens Sarah (Französin), die, wohl ebenso irre wie wir es sind, uns zu einem Quartett gemacht hat, was den direkten Freifahrtschein in die Klapse verdient hätte.

Wichtig zu erwähnen auch noch der andere Mitbewohner Ezra (Australier). Ezra`s Merkmale, waren wohl sein recht schüchterner Humor, seine Bong im Hinterhof und seine Nichtanwesenheit. Nichtanwesenheit soll hier gar nicht als Vorwurf verwertet werden, sondern viel mehr als Leistung. Ezra hat es zu unser aller Staunen tatsächlich geschafft, selbst zu Zeiten, wo wir noch in der Wg gewohnt haben, dass wir Ezra eine komplette Woche nicht gesehen haben. Was genau er in dieser Zeit alles gemacht hat und warum er in seinem Zimmer, für welches ja Miete fällig wird, nicht einmal mehr seine Umzugskisten ausgeräumt hat wusste niemand wirklich. Doch tatsächlich zu unserem letzten gemeinsamen Abend hat er es doch mal geschafft.

Im Weiteren zählen schon Mady und Mike, die neuen Mitbewohner der Wg, die unser Zimmer also quasi geerbt haben, zu unserer kleinen Runde dazu.
Als erstes Mike der Ire, der überwiegend mit derselben Eigenschaft wie Tim aufgefallen ist; Er war nämlich immer Daheim :D. Ebenso wie mir am Anfang fiel es ihm extrem schwer einen Job zu finden während seine Freundin Mady (Kanadierin) quasi nie anwesend war, da sie Vollzeit am Arbeiten war. Mike versuchte seine Zeit dann den Tag über mit Fifa spielen (Ein Spiel auf der Spielekonsole) totzuschlagen. Glücklicherweise konnte Mike nicht nur unser Zimmer übernehmen, sondern auch jegliche Jobs, die ich über die Zeit gefunden hatte und die ich ihm weiter gab.

 

 

Auch Daniel war dabei, ein fließend deutsch sprechender Australier, der es doch tatsächlich geschafft hat sein deutsch während eines Auslandssemesters und geringfügig dran gehängter Zeit soweit zu perfektionieren, dass man beim Sprechen bis auf ein paar wenige Grammatikfehler meinen könnte, er sei aus dem Norden Deutschlands. Tatsächlich haben wir diesen Freund auf Facebook kennen gelernt, was recht zynisch klingt, da Alina und Ich bis auf das wir einen Account haben, Facebook immer mehr ablehnend gegenüber stehen.

 

So stehen wir also irgendwie in der Küche und lautstark wird sich unterhalten. Schon während dieses unfassbar schönen Abend, der lustiger und besser hätte kaum sein können, denke ich zurück und frage ich mich, ob der Abschnitt Perth gelungen war und sich meine Erwartungen erfüllt haben.

Oft haben Alina und Ich irgendwie an unserer Entscheidung gezweifelt, von Sydney direkt nach Perth zu fliegen und uns überlegt das vieles doch einfacher gewesen wäre, wenn wir unser Glück an der Ostküste probiert hätten. Wie ich schon berichtet hatte war es erstaunlich schwer einen Job zu finden in Perth und Alina und ich haben für australische Verhältnisse doch recht wenig Geld verdient für unsere Reise, wenn man bedenkt das wir 5 Monate Zeit hatten Geld zu verdienen. Auch Backpacker, die wir getroffen haben und die uns erzählt haben wie einfach es doch sei in (z.B.) Sydney Arbeit zu finden und Geld zu verdienen haben uns darin bestärkt, dass es vielleicht eine falsche Entscheidung war in Perth arbeiten zu wollen. Nach längerem Nachdenken habe ich jedoch bemerkt, dass wir eigentlich genau Das erreicht haben, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten nicht nach Australien gehen und viel Geld verdienen. Alina und Ich waren uns einig wir wollen die Menschen, die in diesem Land leben, kennen lernen und neue Freunde finden. Ist uns das gelungen?

Oh auf ganzer Linie. Wenn wir nicht nach Perth gekommen wären, hätten wir Sarah und Tim niemals kennen gelernt und allein die wollte ich nicht missen wollen. Wir hatten eine so denkwürdige und super schöne Zeit miteinander und genau das war es eigentlich was wir wollten. Im Nachhinein merke ich wie viel Zeit es braucht eine Person kennen zu lernen und wie sehr die Sprache, die nicht deine Muttersprache ist, dann doch eine Barriere sein kann und wenn ich das dann beachte, merke ich in wie kurzer Zeit man sich mit diesen Menschen doch so nahe gekommen ist. Ich bin super dankbar für die Menschen, die ich kennen lernen durfte und die Erfahrungen, die Positiven als auch die Negativen, die ich gemacht habe. Ja wir nehmen keine goldene Nase aus Perth mit, aber definitiv Erlebnisse.

 

Danke dafür 😀

 

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