Sydney

Da stehe ich nun. Warte bis ich den Flieger verlassen darf und Alina wieder sehe. Genau 4 Monate sind wir jetzt getrennt gewesen. Aber es ist nicht nur das, was mich unruhig werden lässt. Es ist so viel passiert. Sie wird sich verändert haben und ich habe mich verändert. Die meisten Geschichten, die man so hört, beschreiben nur den Moment, wie man sich wieder sieht. Was ist davor? Ich fühle mich eher wie ein Schluck Wasser in der Kurve, als energiegeladen und voller Vorfreude. Na klar freue ich mich. Aber mein Magen fühlt sich auch an, als wäre ich wieder bei der Abiturprüfung , als ich gemerkt habe, dass es nicht so rosig läuft. Als sich das Flugzeug langsam leert, scheint jeder zu wissen, dass er den triftigsten Grund hat ganz vorne zu stehen, wenn es durch die Grenzkontrolle geht. Ich gehe vorher noch einmal auf die Toilette, um mir eine Hemd anzuziehen, dass ich vorm Abflug extra noch mit eines der Probeparfüms eingesprüht habe, dass ich auch ja gut rieche. Das das ein Fehler war, merke ich, als ich an die Grenzkontrolle komme und scheinbar die nächsten 3 Flieger schon angekommen sind und aus meinem Flieger keine einzige Person mehr in der Schlange zu sehen ist. Da stehe ich nun. Mein Herz setzt sich immer wieder in niedrigere Gefilde meines Körpers ab. Meine Gedanken springen immer wieder hin und her. Ich denke an Alina. Wie es wohl sein wird sie gleich wieder zu sehen oder wie es wohl ist nach so viele Jahren wieder nach Sydney zu kommen, wo ich so viel erlebt habe und so viel passiert ist. Dann bin ich an der Grenzkontrolle vorbei und bewege mich nach der Gepäckausgabe Richtung Ausgang. Jetzt könnte ich natürlich lange beschreiben, wie es war sie wieder zu sehen, wie ich mich gefühlt habe, aber ich denke das kann ich nur sehr schwer beschreiben. Was mir jedoch noch sehr sehr klar im Gedächtnis geblieben ist, war die recht forsche Empfehlung einer älteren Dame, die wohl jemanden abholen sollte, was das Schild in ihrer Hand mit einem Name darauf andeutete, wir sollten uns doch ein Zimmer holen. Das es uns beide die Sprache verschlagen hat, liegt ziemlich wahrscheinlich daran, dass wir zu wenig mehr in der Lage waren, als uns fest zu umarmen. Naja nicht desto trotz kann man sich wohl vorstellen, dass das eine ebenso belustigende wie auch merkwürdige Situation war. Auch im Bus ist es uns nicht möglich, wenigstens für diesen Abend unsere Gewohnheiten beiseite zu lassen und das verliebte Pärchen mit der rosaroten Brille raus hängen zu lassen. Nach wenigen Minuten der Zweisamkeit an der Bushaltestelle spricht uns ein sportlicher junger Mann (etwa vom Alter Anfang bis Mitte 40) an, ob wir ihm denn erklären könnten…. Was genau solltem wir ihm eigentlich erklären? Wie und wo er ein Ticket kaufen könne, wie er seine Haltestelle finde, geschweige denn wie er es schafft seinen Freund zu kontaktieren, dessen Angebot, für eine Bleibe, er nutzen wollte, ohne ihm überhaupt mitzuteilen, dass er in Australien ist. So hatten wir in unserem kleinen AirB&B-Hüttchen das erste Mal wirklich unsere Ruhe. Die Vorstellung all die Orte noch einmal zu sehen, die mir noch in Erinnerung geblieben sind und das alles mit einer Person, die einem so vertraut ist, lässt einen fröhlich werden und doch auch skeptisch. Jeder muss unweigerlich feststellen, wie sehr man Orte, die man nach so langer Zeit wieder sieht, in seiner Erinnerung verändert oder dramatisiert hat. Auch die Menschen, die ich nach fast 5 Jahren wieder sehe, werden sich verändert haben. Auch das Land, was mir einmal so vertraut schien werde ich nochmal auf ganz andere Art und Weise kennen lernen. Ich werde vieles wiedererkennen und doch wird sich meine Sicht auf Australien verändern und weiterentwickeln über das kommende Jahr, dass ich in Down Under verbringen werden.

 

 

 

 

 

Danke

Da sitze ich nun wieder und fange nach so langer Zeit wieder an ein paar Worte zu schreiben. Ich könnte natürlich jetzt die immer gleichen Ausreden aufschreiben, warum ich so lange nicht geschrieben habe, aber da wäre ich selbst ziemlich sicher die einzige Person, die versuchen würde das zu glauben. Also versuche ich es gar nicht erst. Ich war erst zu faul zum schreiben und dann lagen die Ereignisse soweit zurück, dass ich Schwierigkeiten hatte mich in die Stimmung zu versetzen einen anständigen Text zu verfassen.

Aber bevor ich anfange mich an all das was passiert ist, mich bewegt hat, ich gelernt und erfahren habe, zu erinnern und euch ein Update zu geben, würde ich gerne einmal eine kleine Liebeserklärung raus schicken an den Lukas. Hoffe natürlich das ich weder unsere Freundinnen noch meine anderen Freunde ZU eifersüchtig mache :).

Danke an Lukas! Die Reise war keine einfache und es gab immer wieder Momente, in denen hätte man sich an zicken und aus lauter Unmut über die Situation dumme Sachen an den Kopf werfen können und, wie es ja oft passiert, wenn man auf so engem Raum mit einer Person für längere Zeit lebt, die schlechte Laune fatalerweise aneinander auslassen können. Jeder der schon mal auf einer großen Reise war, weiß, wie schnell das selbst bei seinem Partner, seinem besten Freund oder seiner Familie passieren kann und wie schwer das, auf Grund des Mangels an Alternativen sich aus dem Weg zu gehen, zu klären ist. Deswegen glaube ich kann ich nur dankbar sein, dass Lukas und ich es nicht nur geschafft haben, stets positiv und gelassen zu bleiben, sondern ohne jegliche Zwischenfälle, die Reise zusammen zu genießen und als noch engere Freunde beenden zu können, als wir sie begonnen haben (wenn das möglich ist :)). Deshalb kann ich nur zurück geben: Ich hätte mir wirklichen keinen besseren Travelmate wünschen können und bin extrem froh das ich diese Reise mit dir gemacht habe. und freue mich natürlich dich in wenigen Monaten wieder zu sehen und über das zu lachen, was wir erlebt haben.

Bis dahin wünsche ich dir super viel Spaß und auch ein bisschen Glück ( falls du das brauchst) für die die kommende Zeit und natürlich alles Gute mit Franci. Lass es krachen und auf unsere nächste kleine oder große Reise, die ich sofort wieder mit dir machen würde.

Grüße mein Lieber an dich, Franci und natürlich an all unsere Freunde, die du jetzt schon vor mir wieder siehst.

 

 

Sieht man das „Southern Cross“?

Ich nicke ihr wiederholt mit einem wohl etwas zu breitem Grinsen zu, worauf sie freundlich aber etwas verwirrt fragt:“ Are you ok?“ Ich antworte ihr mit einem noch breiterem Grinsen:“ I`m great thank you. I`ve got fun.“ Das war ihr wohl eine zu schwache Erklärung für das Hochgefühl, das mir auf drei km Entfernung offensichtlich ins Gesicht geschrieben stand, wegen des Schiffes, welches wegen dem starken Wellengang jede Achterbahn in den Schatten stellte.

 

Es ist dunkel geworden. Ich schaue auf. Ich wechsle aus der Sitzposition, in der ich lange völlig fasziniert den Bewegungen des grün beleuchteten Wassers im Pool gefolgt bin, in die Liegeposition und schaue mit fast kindlicher Bewunderung in den Nachthimmel. Ich sehe nicht viel. Naja wie denn auch? Es ist recht bewölkt, wie so oft auf den Fiji Inseln. Ich frage mich, ob man wohl von den Fiji Inseln aus auch das so berühmte australische „Southern Cross“ sieht, das in Down Under auf der Flagge abgebildet ist. Ein interessanter Gedanke könnte man jetzt meinen, wenngleich auch recht fremd für mich, da ich schon in Deutschland nicht gerade mit meinem Wissen über Sternenbilder angeben würde. Dann denke ich wieder an die Bootsfahrt. Ich muss irgendwie anfangen zu lächeln. Die junge Dame, die sich nach meinem Wohlbefinden erkundigt hatte, muss wohl ziemlich sicher davon ausgegangen sein, dass ich irgendwelche Drogen zu mir genommen habe, da die Glückshormone, die diese erschreckend unsicher wirkende Fahrt bei mir auslöste, mir wohl allzu deutlich zu Gesicht gestiegen waren. Dann spreche ich innerlich eine Entschuldigung aus und hoffe, dass die vielen „lebenden Leichen“, wie ich sie zu nennen pflege, mir meine extrovertierte Freude über das Erlebnis nicht böse genommen hatten. Dann schweife ich wieder ab und denke an mein Zuhause. Wie gerne ich diese unfassbaren Erfahrungen, die ich alleine in 3 Wochen mitgenommen habe, mit meinen Freunden, meiner Familie und natürlich mit Alina teilen würde. Sind wir mal ehrlich! Die Fidschianischen Yasawa Inseln öffnen sogar einen Homo Faber für die Romantik. Ich muss Lachen. Was wohl meine Deutschlehrerinnen sagen würden, wenn sie wüssten, dass doch irgendwas hängen geblieben ist bei mir. Das werde ich in meinen Blog schreiben. Ich kann es fast hören, wie meine Schwester laut fragen würde, was ich denn eigentlich schon wieder für ein Blödsinn fasle und daraufhin vielleicht etwas überdramatisiert den Kopf schüttelt. Ich würde sie sicher etwas missmutig anschauen und dann jedoch entschuldigend in das laute Gelächter meines Vaters miteinstimmen. Vermisse ich das alles schon? Ich vermisse Alina. Das muss ich zugeben. Aber bin ich bereit mir selbst einzugestehen, dass ich meine Freunde und meine Familie vermisse?  Man würde wohl sagen ein Junge meines Alters erlebt so viel auf einer so großen Reise, dass es ihm schon verziehen sein müsste, dass er nicht die ganze Zeit an seine Familie denkt und sich etwas weniger meldet, als möglicherweise angebracht wäre. Das könnte dann auch ein Grund sein, warum sich die Eltern nicht alle 2 Tage melden und fragen, ob mit ihrem Zögling auch alles in Ordnung sei und was er denn so treibe.

Der Wind steigert sich und ich schrecke aus meinen Gedanken, da ich, wie eigentlich alle paar Minuten, eine im Augenwinkel hin und her schwenkende Palme für eine sich schnell nähernde Person gehalten habe. Dann denke ich wieder an die Atemberaubende Zeit auf den Fiji Inseln, an das glasklare Wasser, an die denkwürdigen Erfahrungen bei Mesake, an die super Kletterausflüge auf die scharfkantigen Felsen von Kuata Island und an die einfach hammer geile Zeit mit Lukas, die ich durchweg sehr genossen habe.

 

 

So habe ich meinen Blogeintrag mal etwas anders gestaltet. Ich hoffe natürlich, er euch gefallen hat. Hiermit wollte ich mal einfangen, wie es ist, plötzlich auf der anderen Seite an einem der schönsten Orte dieser Welt zu sitzen und seinen Gedanken mal freien Lauf zu lassen. Ich muss es jetzt natürlich aussprechen und stelle mir vor wie meine Familie sich ganz verwundert diesen Blogeintrag zeigt und sich daraufhin bei mir meldet. 😀 :

Ich vermisse meine Freunde und natürlich meine Familie. Neben all den Erlebnissen, die ich gerne mit euch geteilt hätte, ist man es gewohnt so viele super gute Freunde um sich zu haben, die einen aufbauen, einen verstehen und für jeden Spaß zu haben sind; Und natürlich als letzte Instanz immer seine Familie um sich zu haben. 😀 Also trotz meiner großen Reise, der großen Entfernung, den vielen netten Menschen die ich kennen lernen darf und den Erfahrungen, liebe Grüße an meine Freundin, meine vielen super Freunde; Meine beiden Geschwister, meine Mutter, meinen Vater, alle die zu meiner Familie dazu gehören und natürlich auch irgendwie an den oft Nerv tötenden Hund Marlon. 😀 Ich vermisse euch. 😀

 

Viele Liebe Grüße euer Coco

Mesake

24 Stunden zuvor laufen Lukas und Ich noch etwas gestresst durch den Tumult Suva`s ohne eine Vorstellung, wie die kommenden Tage aussehen könnten, nun aber sitzen wir in einer kleinen Hütte eines weit abgelegenen Dorfes der Fiji Inseln und spielen Vidi vidi, ein wohl traditionelles Spiel der Kinder auf dieser Insel! Wir sind etwas überfordert, weil das ganze Dorf uns scheinbar sehen und mit einem lautem „Bula Bula“ (dem traditionelle Gruß auf den Fiji`s) und lautem Lachen die Hände schütteln will, sehr zum Leidwesen meines Fingers, den ich mir dummerweise beim Abrutschen von dem Seil, mit dem wir uns in die Quellen schwangen, auf irgendeine Art und Weise verletzt hatte. So sitzen wir da und warten, bis das Essen fertig war.

Wie kommen wir dazu?

Das ist der Punkt, der sich schnell und einfach erklären lässt. Unter den vielen netten Helfern, die wir auf unserem Weg und an der Busstation selbst hatten, befand sich Mesake, der uns fleißig half und dann auch zu sich einlud. Nachdem wir dann am darauf folgenden Tag, außer den Quellen, nicht wirklich Ideen hatten für die kommenden Tage, beschlossen wir trotz unserer Skepsis, der Einladung zu folgen und das Dorf zu besuchen. Ich erinnere mich noch sehr genau, dass die Herzlichkeit, mit der man uns behandelte uns erst überraschte, dann freute und dann unsicher machte. Es ist wohl doch etwas ungewohnt für mich, wenn sich mein Gastgeber dafür bedankt, dass wir in sein Dorf gekommen sind und sein Essen annahmen. Ebenso schien unser Gastgeber von unserer überwältigt dankbaren Haltung verwirrt zu sein und uns nicht so recht glauben zu wollen, dass es ebenfalls für uns eine Ehre war sie besuchen zu dürfen und, dass uns ihre Speisen alle schmeckten. Das sorgte dann hin und wieder für recht peinliche aber nicht weniger lustige Momente! Die Kinder allerdings sahen keine kulturellen Unterschiede zwischen uns. So gab es für uns keine vorsichtige Einführung, sondern wir haben sofort gespielt und gekämpft, als ob man sich schon sehr lange kennen würde.

Gegen Abend sitzen wir dann in der oben beschriebenen Situation und essen einheimische Früchte und ein wenig Kuchen. Dann ruft uns Mesake zu sich. Wir setzen uns mit ein paar anderen Dorfbewohnern um eine hölzerne Schale, die gefüllt ist mit einer Flüssigkeit, die ich eigentlich als einfaches Matschwasser beschrieben hätte. Mesake erläutert uns kurz die Tradition sich abends gelegentlich mit Freunden und, in unserem Fall, Gästen zusammen zu setzen und „Kava“ zu trinken. „Kava“ ist ein traditionelles Getränk und besteht aus Wasser und dem Saft von einheimischen Wurzeln. Theoretisch soll dieses Getränk den Alkohol, wofür man auf der Insel horrende Preise zahlen muss, ersetzen und ein angenehm ruhiges Gefühl bewirken.( Da fast alles importiert werden muss, darf man für eine Flasche handelsüblichen Jack Daniels gerne umgerechnet etwa 80€ zahlen)  „Praktisch wie Marihuana“ sagte man uns. Das dieses Getränk bei Lukas und mir komischerweise, bis auf eine leicht taube Zunge, keinen Effekt hatte, blieb uns ein Rätsel. So saßen wir dann da, bis man dummerweise auf meinen kaputten Finger zu sprechen kam, und ein Dorfbewohner mich fragte, ob er mal sehen dürfte. Dass ich ihm meinen Finger nicht hätte zeigen sollen, bemerkte ich erst, als er zu meinem Entsetzen meine Hand fest packte und mit einem Ruck den Knochen wieder in die richtige Position setzte. Naja ob der Finger nun gebrochen war oder nicht, nach kurzen Kreislaufproblemen, wie Schwindel und einen Schweißausbruch, fühlte sich mein Finger tatsächlich etwas besser an. Zu Lukas und meiner Belustigung sorgte der kurze Zwischenfall dafür, dass ich in den kommenden Tagen nur noch recht kleine Schüsseln an Kava bekam, da sie meine Reaktion wohl dem Getränk zusprachen und nicht den Schmerzen an meinem Finger. Offensichtlich hatte ich mein Entsetzen und die Schmerzen, bis auf die unkontrollierte Reaktion, recht gut verbergen können.

Die folgenden Tage blieben recht ähnlich und bestanden aus den regelmäßigen Mahlzeiten, netten Spielrunden mit den Kindern, Erkundungstouren durch das kleine Dorf, Einer Dorfversammlung und abendlichen Kavarunden mit einigen Bewohnern und lautem Gesang.

Mir im Gedächtnis geblieben sind mir besonders einzelne Merkmale, die unserer Kultur recht ähnlich oder sogar voraus sind und solche, die wir aus unserem Wertesystem heraus nicht verstehen oder sogar verurteilen würden. Erst einmal fällt jedem Besucher unweigerlich der sehr starke Zusammenhalt, sowohl in unserem Dorf aber auch auf der gesamten Insel auf. Gegenstände werden ausgetauscht oder hergegeben ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wenn ich etwas brauche, kann ich zu Nachbarn aber auch zu einem anderen Dorf gehen und diese um Aushilfe bitten. So scheinen sich alle Einwohner gegenseitig zu vertrauen, ob nun aus derselben Stadt oder aber von der entgegengesetzten Küste der Hauptinsel. Auswirkung, Ursache und natürlich Symptom dieser Lebensart, scheint auch das fast völlige Fehlen von Diebstahl zu sein. So haben Lukas und ich unsere Angst und Vorsicht um unser Gepäck recht schnell abgelegt. Ich weiß, dass ist in einem so bevölkerungsreichen Land, wie Deutschland ein recht naiver aber nichts desto trotz ein schöner Gedanke, dass es so funktionieren kann.

Etwas, das so ein wenig die Kehrseite des starken Zusammenhalt sein könnte, ist das überwiegend vorhersehbare Leben der Einwohner. Die Vorstellung, dass durch meine Geburt als Frau oder Mann, mein Leben scheinbar einen recht klaren Weg hat und wenig Entscheidungen übrig bleiben, hat mich selbst wohl ziemlich frustriert, wo ich doch aus einem Land komme, wo man sich vor Entscheidungen, die meine Zukunft prägen, schon im jungen Alter kaum retten kann. Was mich verwundert hat ist, dass, obwohl die Aufgaben recht klar aufgeteilt sind für Frauen und Männer, die Gleichberechtigung scheinbar recht wenig darunter leidet. So scheinen die Frauen die Männer zurecht zu weisen, einen großen Stolz gegenüber denen zu haben und sowohl in der Schule als auch bei den Dorfversammlungen ihren Platz zu haben und mitzugestalten.

Ein Punkt, der mich jedoch absolut schockiert und daran erinnert hat, dass nicht alles vorbildlich ist an ihrer Kultur, ist die Tatsache, dass es Orte gibt auf dieser Welt, wo Beziehungen im 21 Jahrhundert immer noch nicht aus Liebe entstehen und Frauen wohl schon meist kurz nach Beginn ihres 14. Lebensjahr geschwängert werden dürfen und auch werden. Das ist ein Punkt, der zu meinen Vorstellungen  so konträr gegenüber steht, wie nur irgendwie möglich und mich sehr schockiert hat. Auch als ich diese Themen angesprochen habe und mir auf verschiedenen Wegen versucht worden ist diese Lebensweise nahe zu bringen, wurden mir diese Umstände nicht weniger abscheulich geschweige denn sogar sympathisch. Als wir gingen, schienen beide Seiten etwas verwirrt von dem sehr intensiven Aufeinandertreffen und wir waren deshalb zwar dankbar diese Erfahrung machen zu dürfen aber auch froh diese Episode abschließen zu können.

So verließen wir das Dorf und kehrten in das bekannte aber etwas weniger aufregende Umfeld, der Backpacker in unserem Resort zurück, bis wir die Hauptinseln verließen und auf eine kleine Insel namens Kuata Island zusteuerten.

Ich hoffe natürlich wie immer, dass ich euch einen kleinen Einblick in unseren Besuch geben konnte. Wichtig ist mir klar gestellt zu haben, dass Lukas und ich die Kultur und Lebensweise dieser Menschen zwar kurz beobachten und miterleben konnten, es mir aber fern liegt zu behaupten, dass wir sie vollständig erfasst und verstanden hätten und sie darüber hinaus als Ganzes zu bewerten. Somit bleibt dieser Eintrag, wie eigentlich alle meine Erzählungen, subjektiv und ist gibt kein klares Bild dieser Kultur ab. Es sind meine Erfahrungen und Eindrücke. Viele Liebe Grüße Coco

Natürlich wie immer ein paar Bilder

Kava

Mesake Lukas und Ich bei der monatlichen Dorfversammlung
Lukas versucht verzweifelt vor der Dorfversammlung den traditionellen Rock richtig anzuziehen
Die Dorfversammlung
Unsere kleine Dorf tour

 

Fiji

Und da sind wir nun auf Fiji und immer wieder werde ich so gefragt ob alles läuft wie geplant und was wir so vor haben. Ich schüttel jedes Mal leicht schockiert den Kopf. „Ob alles so gelaufen ist, wie wir es uns vorgestellt haben? Nein nichts ist so gelaufen wie wir es uns vorgestellt haben. Nicht das wir uns nicht jeden Tag neue Pläne gemacht hätten aber ich könnte nicht behaupten, dass auch nur einer von diesen Plänen im Ansatz so eingetreten ist. Was nicht bedeuten soll ich wäre enttäuscht von den letzten Tagen. Sie hätten erlebnisreicher und spektakulärer kaum sein können denke ich!  Wenn wir das Wetter mal außen vor lassen, das ( der Regenzeit sei dank) eher bescheiden ist, da es bewölkt bleibt wenn es nicht so oder so regnet und die Sonne sich uns in den letzten 6 Tagen nur 10 Minuten mal gezeigt hat. Angefangen von geplanten Einkäufen, die etwa 10 Minuten gehen sollten und daraus ein unglaubliches Gespräch über den ganzen Abend zusammen mit einem Mann wurde, der seit geschätzten 8 Jahren alle Länder dieser Welt bereist und sich immer wieder an den Orten die ihn faszinieren für 3 Monate, jedoch nie länger, nieder lässt. Schief gegangen ist wohl auch der Plan, die südliche Küste der Fiji`s entlang zu reisen und dort immer wieder spontan in Hostels unter zu kommen. Bereits an der Busstation in Nadi, wo wir angekommen sind, haben wir einen Einwohner kennen gelernt, der uns sehr freundlich weiter geholfen hat und uns dann in sein Dorf einlud. Eingestiegen in den Bus, verließen wir den Bus im Süden der Insel, um zu bemerken, dass das Hostel, wo wir über die Nacht bleiben wollten, so absurd teuer war, dass wir direkt die Straße mit dem Gepäck wieder hoch stapfen mussten und den Bus nach Suva weiter nahmen, nachdem wir eine gefühlte Ewigkeit versucht hatten Geld zu sparen und zu trampen, bis wir bemerkten, dass die Menschen nicht verstanden verstanden das der ausgestreckte Daumen nicht blos ein Zeichen der guten Laune war. Müde hungrig und folglich recht genervt vom Tag stiegen wir in Suva aus und waren ratlos. Der Busbahnhof voll von Menschen, die durcheinander riefen, Dutzende Busse, die wahrscheinlich ohne jegliche Filter im Stand weiter liefen und ohne weiteres als riesige Dreckschleudern bezeichnet werden könnten, eine riesige heruntergekommene Industriestadt, die Fehlende Aussicht auf eine Bleibe und der leere Magen machten es schwer so gut gelaunt wie immer zu bleiben!

mit viel Glück hatten wir eine Stunde später eine recht einfache aber schöne Bed & Breakfast-Bleibe. So waren also die ersten 48 Stunden recht wenig nach Plan verlaufen aber nicht desto trotz waren wir gut gelaunt und die kommenden Tage wurden nur noch besser! (Natürlich wie immer nicht so, wie wir geplant hatten!)

Abflug ziemlich übermüdet aber voller Vorfreude auf die Fiji-Inseln
Unsere Bekanntschaft! Seit über 7 Jahren besitzt er keinen Festen Wohnsitz mehr
Und ab aufs Hostel
Der hilflose Versuch unseren Zielort mit Kuli auf ein Bananenblatt zu schreiben und zu Trampen 😀
Endlich kam auch wieder mal ein Bus
Unsere ziemlich unscheinbare Bed & Breakfast Bleibe

Hier zeigt der Lukas ganz anschaulich, wie einem auf Fiji in der Regenzeit zu Mute ist!

 

 

Brisbane. Unsere ersten 5 tage in Australien sind vorbei und nun verlassen wir das Land schon wieder. Nun gut aber was bleibt aus Brisbane?

Ich kann wohl kaum eine objektive Perspektive hier einschlagen, da schon das Gefühl, wieder in Australien zu sein, bei mir viele Erinnerungen weckt und ich mir einbilde allein am Geruch erkennen zu können, dass ich wieder in Australien gelandet bin! Brisbane ist wohl eine der schönsten Städte die ich je besucht habe. Angekommen im Hostel kommen wohl, wie bei den meisten Menschen, die so eine Reise als Backpacker beginnen, ähnliche Gefühle hoch. Die warme Sommerluft, die vielen Menschen aus den entlegensten Nationen, der heruntergekommene aber abenteuerliche Look des Hostels und der Blick auf die Skyline einer riesigen Stadt stimmen einen gut gelaunt und fröhlich. Was mich aber persönlich an Brisbane so begeistert hat und was mich dazu bringen wird, diese Stadt noch einmal mit Alina zu besuchen, sind nicht die vielen internationalen Menschen, die Partylaune der Backpacker oder der Aussicht auf unzählige Hochhäuser, sondern der scheinbare Drang der Australier aus jedem Bauwerk, jedem Park und jeder Brücke ein Kunstwerk zu machen! Neben unzähligen Parks, die an Schönheit kaum zu übertreffen sind, und ebenso vielen Brücken, die alle für sich selbst ein  Hingucker sind, wird jeder Spaziergang aus dem Schatten der Hochhäuser hinaus ein Erlebnis. Seien es Spaziergänge bei der Wärme in den Parks der Stadt, die meistens mit freiem Wi-fi ausgestattet sind, was selbst das Skypen mit der Freundin zu einem Naturerlebnis machen kann, die kostenlosen „Hopper“ Boote, die einen den Fluss auf- oder abwärts bringen, oder aber das Herumschlendern in den Vierteln der Stadt, wo man die fantastischen Bauten und Wohnhäuser der Einwohner bestauen kann und zwischen drin immer wieder, wie könnte es anders sein, die schönen Palmen und Bäume, die wohl nur in Ländern wie Australien wachsen. Selbst die „Gallery of Modern Art“ macht durch ihr Gebäude und das umliegende Gelände mindestens ebenso viel her, wie durch die sehr interessante und zum Teil spektakuläre Kunst die man eigentlich beobachtet, wenn man in dieses Kunstmuseum geht. (Also kleiner Tipp am Rande. Jeder, den es nach Brisbane verschlägt, sollte die Goma und das umliegende Gelände gesehen habe, ob er sich nun für moderne Kunst interessiert oder nicht.)

Wenn man etwas weiter den Fluss entlang geht entdeckt man neben einem kleinen buddhistischem Tempel, einen super schönen „public pool“ mit kleinem Strand, der unfassbar schön in Szene gesetzt wird durch den Fluss, der direkt neben dran liegt und die Skyline von Brisbane. Auch hier sieht man wieder, das die Australier sich nicht zu schade sind, viel Geld in ihre Infrastruktur und Umwelt zu stecken, um diese kunstvoll auszubauen. Das könnte man wohl der Tatsache zuschreiben, dass man in Australien fast 365 Tage im Jahr relativ dünn bekleidet herum laufen kann, was dazu führt, dass ein Großteil des städtlichen Lebens außerhalb der Gebäude stattfindet.

Zusammengefasst ist es Vielleicht die Abwechslung, die Brisbane so spannend macht, obwohl ich schon 2 Mal in Australien war und sogar Sydney gesehen habe! Die Abwechslung von Innenstadt, Hochhäusern, luxuriösen Malls und Shops zu super schönen Parks, schönen Häusern, kunstvollen Bauten und sehr sympathischen Menschen.

Am letzten Abend haben wir sogar eine scheinbar sehr ernst gemeinte Einladung auf die Couch eines junggebliebenen Juristen erhalten. Ob ich die annehmen werde, wird sich noch zeigen aber auf ein Bier wird man sich auf jeden Fall nochmal treffen, wenn es mich wieder nach Brisbane verschlägt 😀

Ich hoffe die kleine Einführung in unsere 5 Tage gibt grob wieder was ich erlebt habe und ihr könnt euch ein kleines Bild davon machen, was euch hier erwartet. Entschuldigt bitte in meiner Eile Rechtschreibfehler, Logikfehler und die fehlende Fähigkeit strukturiert zu schreiben! Viele Liebe Grüße nun schon aus FIji!!

Euer Coco