Zeit und Lügen (Teil 1)

So sitzen wir wieder im Auto. Ich fahre, Alina schläft. Die Gedanken kreisen.

Man versucht den Moment festzuhalten oder sich zumindest bewusst zu werden, wo man ist. Wo man sich auf der Landkarte befindet ist an diesem Punkt so unwichtig wie es auch nur sein könnte. Vielmehr versuchst du dir selbst darüber klar zu machen, was du alles erlebt hast und wie weit du dich von dir selbst entfernt hast, seit dem du von Daheim weggegangen bist. Du fühlst dich gleich. Du steckst in den selben Gedanken fest wie damals.

Alina bewegt sich unbeholfen im Schlaf. Ich fühle mich wach. Die Müdigkeit, die mich in Deutschland beim Auto fahren oft überkam, lässt auf sich warten. Von hinten nähert sich einer der Road trains, die durch die Wüste Australiens brettern, und mit dem auch das beklemmende Gefühl, wenn dich ein so riesiges Geschöpf verfolgt.

Ich schweife ab. Die fehlenden Aufgaben für den Geist auf einer Reise machen sich bemerkbar. Die Gedanken schießen wie ein Flummi in alle Richtungen und kaum ein Gedanke bleibt unbedacht oder wird beendet. So ist es auch kein Wunder, dass ich es kaum schaffe mir ernsthaft Gedanken darüber zu machen, was ich alles gemacht habe bis jetzt! Das Gefühl ist trügerisch. Die Zeit ist trügerisch. So kann ich die letzten 7 Monate kaum mehr zusammen fassen geschweige denn könnte ich sagen wie lange ich etwas gemacht habe, wenn es nicht Photos und Mitschriften als Beweise gäbe.

Ich habe mich nicht verändert denke ich. Meine Umgebung hat sich geändert. Ich bin auf Reisen. Daheim werde ich wieder der sein der ich immer war. Ich denke daran, dass ich mich zunehmend dem Ende meiner Reise mit Alina entgegen bewege. stört mich das? Ich glaube nicht. Ich freue mich auf eine neue Erfahrung. Bei dem Gedanken kommen mir Erinnerungen mit Alina in den Sinn. Wobei es viel weniger Erinnerungen sind als Gefühle.

Mir soll auch da noch nicht bewusst sein, wie sehr meine Reise mich geformt und verbogen hat. Wie sehr Alina mich geprägt hat, wie sehr mir Australien in Fleisch und Blut gegangen ist, und wie sehr es mein Weltbild noch durcheinander bringen soll.

Bali

Leicht gestresst laufe ich durch den wahrscheinlich berühmtesten Markt Bali`s in Ubud. Warum gestresst? Naja die meisten Urlaubseinkäufer kennen das Gefühl der Familie und allen Freunden etwas aus Bali mitbringen zu wollen, wenn man schon Mal da ist. Das sorgt, wie die meisten bestimmt kennen, für ein Stressgefühl das sich langsam durch die Nerven arbeitet, bis nichts als nackte Verzweiflung übrig bleibt, gepaart mit Hoffnungslosigkeit. Wer schon mal auf Bali war, weiß das es wohl ein recht dummes Unterfangen ist jemandem etwas Traditionelles aus Bali mitbringen zu wollen und dafür auf einem der Touristenmärkte Bali`s zu suchen. So fühle ich mich meistens, bis zu dem Augenblick wo ich es aufgebe nach Geschenken zu suchen und einfach nur das Treiben des Marktes beobachte, als ob ich angefangen hätte die Luft anzuhalten, als ich diesen Ort aufgesucht habe, und erst wieder Luft holen könnte, wenn ich das alles hinter mir gelassen habe.

So habe ich es mal wieder aufgegeben und schaue mich um. Alina habe ich, wie soll es anders sein, ohne es zu bemerken an einen Schmuckstand verloren. Ich entschließe mich einfach zu warten und eine junge Frau kaum älter als 18 zu beobachten 😉 Ich stelle mir belustigt vor wie ein Kommentatorenteam am Rand des Geschehens steht und dieselbe Frau gerade in Augenschein genommen hat. Mit aufgeregter Stimme wie ein Stadionsprecher bei einem Fußballspiel fängt der Kommentator an schnell warm zu laufen.

 

Kommentator 1:“ Eine Frau nähert sich dem Stand mit dem Schnitzereien und farbenfrohen Tüchern. Aaaaaah nicht nur ich habe erkannt, dass sie wohl ganz offensichtlich Interesse an den traditionellen Tüchern hat die sich „Sarong“ nennen. Die Gegenseite schmeißt natürlich sofort alle Hebel in Bewegung und schiebt der jungen Dame alles in die Arme, was sie wohlmöglichen kaufen könnte.“

Kommentator 2:“ Altes Spiel immer gleiche Taktik. Dem leicht überheblichen Lächeln der Dame nach trifft man hier wohl auf einen sogenannten „alten Hasen“. Sie ist höchstwahrscheinlich erfahren im Handeln und ihr ist natürlich bewusst was die Verkäuferin da versucht und lässt sich dadurch nicht in die Irre führen. Ich denke das könnte sich hier zu einer spannenden Partie entwickeln.“

Kommentator 1:“ Wir wollen es hoffen noch haben keine der beiden Parteien ihre Karten auf den Tisch gelegt. Höflichkeiten der bekannten Art werden ausgetauscht bevor man zum Angriff ansetzt. Die Interessentin legt einen ersten Vorstoß vor und erkundigt sich nach dem Preis.“

Kommentator 2:“ Hier dürfte sich recht schnell heraus stellen wohin das Match gehen könnte. Je nachdem wie der Verkäufer seinen Gegner einschätzt, gibt es hier in der Regel 2 Vorgehensarten. Der Verkäufer setzt hier entweder auf den gütigen einfachen Verkäufer der einen ziemlich hohen Preis setzt und versucht erfahrene Käufer durch das „Ich bin nur ein armer Agrarökonom mit 2 Kindern“ Argument dazu zu bringen einen ziemlich hohen Preis zu bezahlen oder man setzt auf die Unerfahrenheit des Käufers und gibt ihm erst mal einen so hohen Preis, dass selbst nach ein wenig handeln der Preis noch so hoch liegt, dass der Verkäufer noch das Geschäft seines Lebens macht. Das dürfte auf jeden Fall sehr interessant werden wie der Verkäufer sich entscheidet ich setze auf erstere Taktik. Fehlende Freundlichkeit und die leichte Arroganz der wahrscheinlich europäisch stämmigen Dame lässt auf einen „alten Hasen“ schließen. Die wird hier die Zügel in der Hand halten.“

Kommentator 1: Ich bin mir da noch gar nicht so sicher. Das allzu offensichtliche Interesse und die Überheblichkeit scheinen mir eher von einer eher Unerfahrenen zu sprechen.“

Kommentator 2:“ OOuuuuuhhh umgerechnet 15 Doller für das einfache Tuch. Aaaaah ganz offensichtlich wurde hier doch letztere Taktik angewandt und man geht von einer Unerfahrenen aus. Das fehlende Schauspiel der Entrüstung durch die Kundin zeugen wohl davon das sie recht haben Kollege, oder aber wir haben hier eine exzellente Schauspielerin vor uns und möglicherweise eine der ganz harten Gegner. Ob der Verkäufer hier nicht vieeeeel zu hooch pokert.“

Kommentator 1:“ Oooooh Himmel Hergott sie beräht sich mit ihrer Freundin, was gibt es denn da zu beraten? Grundgütiger sie werden diesen Preis doch nicht etwa annehmen?“

Komentator 2:“ Sieeeeee bieetet $5. Man hätte natürlich noch niedriger setzen müssen um den wahrscheinlich fairen Preis zu zahlen, aber wenn man faire Preise will sucht man ja wohl kaum auf dem größten und touristischsten Markt auf dieser Insel. In diesem Falle wird von den Kunden gerne die Taktik des harten Mannes gewählt. Bei dieser Taktik sagt man einen Preis den man bereit ist zu zahlen und bleibt dann stur. Durch gezieltes Argumentieren und eschoffiertes Aufschreien bei höheren Gegenangeboten kann hier der Händler unter Druck gesetzt werden und im Äußersten kann hier sogar der Laden verlassen werden, um darauf zu pokern, dass der Händler einen zurück ruft und neu verhandelt oder aber direkt auf den Preis eingeht.“

Kommentator 1:“ Der Händler sagt 14.“

Kommentator 2:“ Wooooow die Kundin setzt eine Schlitzohrmiene auf und sagt 8“

Kommentator 1:“ Der Händler erkennt sofort seine Chance und geht auf 10“

Kommentator 2:“ Jetzt überlegt die Kundin zu lange? Kann sie sich aus dieser Lage noch Retten?“

Kommentator 1:“ Sie sagt sie kauft? Nein das kann sie nicht machen. :0“

Kommentator 2:“ Sie scheint sich ihres Sieges gewiss zu sein! Sie hat es getan! Einfach so. Sie hat einfach mal das 5-fache des Preises gezahlt, den sie ohne weiteres auf jedem anderen kleinen Markt hätte erhalten können. WOW!“

Kommentator 1:“ Und sie scheint sich auch noch ganz schön sicher zu sein einen super Deal gemacht zu haben.“

 

Ziemlich belustigt wende ich mich von diesem Schauspiel ab. Man kann es den Einheimischen nicht verdenken, dass sie davon ausgehen ein jeder Tourist hätte einen Baum an dem Geld wächst im Garten, wenn sie dabei zu sehen, wie sogar junge Backpacker ohne weiteres utopisch hohe Preise für einfache Güter wie Stofftücher zahlen, wobei der Einkaufspreis wahrscheinlich bei weniger als 50 cent liegt. Folglich darf man es denn Händlern nicht böse nehmen, wenn sie einen, nach volkstümlichen Ausdruck, abziehen wollen, auch wenn es mir doch sehr schwer gefallen ist.

Langsam laufe ich zurück, um Alina zu finden. Träge lass ich mich mit der Menge mit treiben und betrachte gespannt, wie sich andere Reisende beim Handeln schlagen.

Roadtrip

Wenn ich jetzt zurück denken soll an den Road Trip brauche ich euch wohl nicht erzählen wie schöne Orte wir gesehen haben, wie weite Strecken wir mit unserem Auto hinter uns gebracht haben, Wie heiß es wurde, desto weiter wir Richtung Norden kamen.

Individuell ist es wahrscheinlich viel mehr, wie Ich (Am besten kann ich natürlich darüber schreiben was ich gefühlt habe) mich über diese Zeit gefühlt habe, wie man sich irgendwann rastlos fühlt, wie man sich irgendwann mit allem was man macht nicht mehr ausgeglichen fühlt. Wie unbequem es irgendwann wird, was für denkwürdige schöne Momente man erlebt und dabei das Gefühl und die Erinnerung daran kaum festhalten kann. Wie man sein Zuhause plötzlich als paradiesische perfekte Welt für sich in der Erinnerung ausschmückt.

Der Road Trip beginnt wohl, wie bei jeder großen Ausfahrt mit dem brennenden Drang endlich aufzubrechen und einzigartiges zu erfahren. Das zwischen den aufregenden und ergreifenden Momenten auch solche gibt, wo man an Geld denken muss, gelangweilt und unzufrieden ist, dass will man bis dahin natürlich nicht glauben, schließlich gibt es Langeweile in Abenteuerfilmen ja auch nicht. Daraus folgt, dass man, wie es mir scheint, meistens erst am Ende, wenn man anfängt die Geschichte verkürzt Freunden und solchen die es wissen wollen zu erzählen, erkennt wie viel man erlebt hat und dass der Unterschied zu Filmen nicht daran liegt, dass die eigene Reise langweilig ist, sondern das wir die langen Sequenzen zwischen drin nicht raus schneiden können.

Von der Schönheit der australischen Westküste muss sich wohl jeder selbst überzeugen. Womit ich jedoch gar nicht gerechnet habe ist, wie langweilig schöne Orte werden können. Nach dem 10. paradiesischen Strand mit glasklarem Wasser (man will es kaum glauben), ist die Nr. 11 tatsächlich nicht mehr so aufregend. Tatsächlich haben Alina und ich nach einer Weile feststellen müssen, dass man auch im Paradies unzufrieden sein kann. Wie das fragt ihr euch? Nach einer Weile merkt man wie anstrengend es ist, anzuhalten etwas anzuschauen und dann aber direkt weiter zu fahren, weil die Campingpreise erst mit therapeutischen betten und Sternekoch anfangen. Glaubt ihr nicht, dass es das gibt? Gut ich eigentlich auch nicht, aber das war mir die einzig logische Erklärung, warum man auf einem Campingplatz 40$ pro Nacht für ein Stück Gras verlangen kann und im Falle, dass tatsächlich auch noch jemand auf die lächerliche Idee kommen sollte darauf schlafen zu wollen, man 12$ pro Person extra zahlen muss. Na? Sag ich doch, wenn nicht genau das Fleckchen Erde vom Papst persönlich heiliggesprochen wurde, lassen sich solche Preise nur mit einem Sternekoch erklären. Naja wie dem auch sei.

Ich denke nicht nur an überhöhte Preise wenn ich zurück denke. Die Westküste war einer der schönsten Orte die ich soweit sehen durfte. Für uns wurde es aber auch unerwartet entmutigend die Fahrerei, der fehlende Action, die Rastlosigkeit, die hohen Kosten, die dafür sorgen, dass man in einem 4$ Second Hand Zelt lebt und an allen Ecken spart und trotzdem das Gefühl hat man verpulvert das wenige Geld, das man sich extrem hart erarbeitet hat, viel zu schnell. Im Nachhinein merke ich wie viele nette Menschen wir trotzdem kennen gelernt haben und wie viel wir eigentlich  zu erzählen haben.

 

Start unseres Road Trip mit Sarah und Tim

„Los geht’s“

Kein Satz der seinen Weg in die berühmten Zitate dieser Welt findet und doch beginnt wohl jede Geschichte, jedes Abenteuer oder jede individuelles Erlebnis mit einer Einleitung. In der Regel findet sich dann für diese Erlebnisse am Ende ein Satz wieder wie:“ SO, das war`s dann wohl“. Aber die Erinnerungen leben noch recht lange weiter. Noch lange danach fragen wir uns immer wieder:“ weißt du noch wie…?“ um zu rekapitulieren, was man eigentlich alles erlebt hat. Am Ende ist oftmals alles so weit entfernt, dass wir kaum noch wissen was passiert ist, sondern wir zitieren oftmals die Situationen, die irgendwie am meisten Emotionen in uns hervor rufen. Ich erinnere mich an viele solcher Situationen. Ich sehe mich schon jetzt rekapitulieren:

Weißt du noch Aline, wie du und ich es tatsächlich doch geschafft haben Tim und Sarah dazu zu überreden die ersten 2 Tage mit uns mit zu fahren?

Weißt du noch wie wir morgens um kurz vor 4 aufgestanden sind um dann nach 2 Stunden verzweifelten Fluchen Stefan (den Familienvater, bei denen wir House sitting gemacht haben) zu wecken und ihn zu bitten und doch bitte die Tür zum Badezimmer aufzuschließen, da diese sich abgeschlossen hatte, ohne dass sich jemand darin befand?

Weißt du noch wie wir direkt in unserer ersten Nacht, die wir im Auto geschlafen haben und du alle halbe Stunde die Autotür aufgerissen hast und spucken musstest? Wie ich nach dem 2 Mal schon bei jedem kleinsten Geräusch hoch geschreckt bin, weil ich dachte es wäre schon wieder an der Zeit Haare nach hinten zu halten und Trost zu spenden?

Erinnerst du dich, dass wir uns kaum beherrschen konnten nicht zu lachen, weil Sarah und Tim so viel Blödsinn im Kopf hatten?

Weißt du noch, dass wir trotz eines großen Chaos und einer kranken Diva im Auto einen so schönen Start unseres Road Trips hatten wie wir es uns nur vorstellen konnten.

Hey Alina weißt du noch, wie wir eigentlich erst mal so schnell wie möglich aus dem dunklen und trüben Wetter raus wollten?

Weißt du noch, wie wir dann 2 Freunde von Sarah kennen gelernt haben und dir Manon ziemlich unsympathisch war, weil sie ein Spiel, was wir gespielt haben, so unglaublich ernst genommen hat und sich so über Sarah geärgert hat, dass sie eigentlich nur schummelt, aber das für uns einfach irgendwie zum Spiel dazu gehörte! 😀

Dann weißt du sicher auch noch, wie gerne und oft wir mit Sarah „Time´s up“ gespielt haben?

Das witzige bei der Geschichte ist wohl, wie sehr Manon und Daniel (Freunde von Sarah) uns ans Herz gewachsen sind.

Der Grund war sicher, wie du dich sicher erinnerst, dass wir uns auf unserem Trip an den entlegensten Orten tatsächlich immer wieder getroffen haben.

Erinnerst du dich an unseren Abschied von Sarah und Tim? Wie Tim es locker cool über wich gebracht hat und dem ganzen wohl eher den Touch von „sehen und morgen wieder“ geben wollte? Und wie Sarah sich nicht entscheiden konnte ob sie weint oder lacht?

Erinnerst du dich wie sich für uns die ersten 2 Tage mit unseren Freunden viel zu schnell vorbei gingen und wir das Gefühl hatten, dass der Trip ohne unsere 2 Verwirrten wohl kaum wirklich schön werden könne?

Perth

Langsam schlendern Alina, Daniel ein Australier, den wir kürzlich kennen gelernt hatten und ich durch Fremantle. Es ist ausnahmsweise mal wieder ein recht sonniger Tag, nachdem jetzt nun doch völlig verspätet der Winter über Perth eingebrochen ist und die Tage kalt und regnerisch über einem hinweg fliegen. Heute besuchen wir nun zum letzten Mal den Fremantle Market, bevor wir dann unseren Roadtrip beginnen; Ein völlig überfüllter kleiner Markt auf dem man erstaunlich billige Früchte und super leckeres Essen genießen kann.

Wenige Tage später schon ist dann unser letzter gemeinsamer Abend mit unseren Freunden und Mitbewohnern, die Alina und Ich über diese lange aber viel zu kurze Zeit doch sehr ins Herz geschlossen haben.
Ich stehe da und verzichte darauf als erstes vom Essen zu nehmen und genieße erst mal noch den Geschmack des Rums. Durch die völlig überhöhten Preise, die man in Australien für Alkohol zahlt bin ich in der letzten Zeit doch sehr selten mal zu dem Versehen gekommen etwas zu trinken, geschweige denn einen guten Rum. Ich betrachte die international zusammen gewürfelte Gruppe, die wir zu unserem letzten Abend in Perth eingeladen haben.

Als erstes natürlich Tim (deutscher) unser Mitbewohner, mit dem wir am meisten Zeit verbracht haben, der uns mit seiner völlig verrückten Art wohl maßgeblich geprägt hat und der am Ende natürlich an jeder Ungepflogenheit, die mir meine Familie und Freunde bei meiner Rückkehr anprangern werden, schuld ist! 😉

Immer mit dabei war natürlich der Zwerg namens Sarah (Französin), die, wohl ebenso irre wie wir es sind, uns zu einem Quartett gemacht hat, was den direkten Freifahrtschein in die Klapse verdient hätte.

Wichtig zu erwähnen auch noch der andere Mitbewohner Ezra (Australier). Ezra`s Merkmale, waren wohl sein recht schüchterner Humor, seine Bong im Hinterhof und seine Nichtanwesenheit. Nichtanwesenheit soll hier gar nicht als Vorwurf verwertet werden, sondern viel mehr als Leistung. Ezra hat es zu unser aller Staunen tatsächlich geschafft, selbst zu Zeiten, wo wir noch in der Wg gewohnt haben, dass wir Ezra eine komplette Woche nicht gesehen haben. Was genau er in dieser Zeit alles gemacht hat und warum er in seinem Zimmer, für welches ja Miete fällig wird, nicht einmal mehr seine Umzugskisten ausgeräumt hat wusste niemand wirklich. Doch tatsächlich zu unserem letzten gemeinsamen Abend hat er es doch mal geschafft.

Im Weiteren zählen schon Mady und Mike, die neuen Mitbewohner der Wg, die unser Zimmer also quasi geerbt haben, zu unserer kleinen Runde dazu.
Als erstes Mike der Ire, der überwiegend mit derselben Eigenschaft wie Tim aufgefallen ist; Er war nämlich immer Daheim :D. Ebenso wie mir am Anfang fiel es ihm extrem schwer einen Job zu finden während seine Freundin Mady (Kanadierin) quasi nie anwesend war, da sie Vollzeit am Arbeiten war. Mike versuchte seine Zeit dann den Tag über mit Fifa spielen (Ein Spiel auf der Spielekonsole) totzuschlagen. Glücklicherweise konnte Mike nicht nur unser Zimmer übernehmen, sondern auch jegliche Jobs, die ich über die Zeit gefunden hatte und die ich ihm weiter gab.

 

 

Auch Daniel war dabei, ein fließend deutsch sprechender Australier, der es doch tatsächlich geschafft hat sein deutsch während eines Auslandssemesters und geringfügig dran gehängter Zeit soweit zu perfektionieren, dass man beim Sprechen bis auf ein paar wenige Grammatikfehler meinen könnte, er sei aus dem Norden Deutschlands. Tatsächlich haben wir diesen Freund auf Facebook kennen gelernt, was recht zynisch klingt, da Alina und Ich bis auf das wir einen Account haben, Facebook immer mehr ablehnend gegenüber stehen.

 

So stehen wir also irgendwie in der Küche und lautstark wird sich unterhalten. Schon während dieses unfassbar schönen Abend, der lustiger und besser hätte kaum sein können, denke ich zurück und frage ich mich, ob der Abschnitt Perth gelungen war und sich meine Erwartungen erfüllt haben.

Oft haben Alina und Ich irgendwie an unserer Entscheidung gezweifelt, von Sydney direkt nach Perth zu fliegen und uns überlegt das vieles doch einfacher gewesen wäre, wenn wir unser Glück an der Ostküste probiert hätten. Wie ich schon berichtet hatte war es erstaunlich schwer einen Job zu finden in Perth und Alina und ich haben für australische Verhältnisse doch recht wenig Geld verdient für unsere Reise, wenn man bedenkt das wir 5 Monate Zeit hatten Geld zu verdienen. Auch Backpacker, die wir getroffen haben und die uns erzählt haben wie einfach es doch sei in (z.B.) Sydney Arbeit zu finden und Geld zu verdienen haben uns darin bestärkt, dass es vielleicht eine falsche Entscheidung war in Perth arbeiten zu wollen. Nach längerem Nachdenken habe ich jedoch bemerkt, dass wir eigentlich genau Das erreicht haben, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten nicht nach Australien gehen und viel Geld verdienen. Alina und Ich waren uns einig wir wollen die Menschen, die in diesem Land leben, kennen lernen und neue Freunde finden. Ist uns das gelungen?

Oh auf ganzer Linie. Wenn wir nicht nach Perth gekommen wären, hätten wir Sarah und Tim niemals kennen gelernt und allein die wollte ich nicht missen wollen. Wir hatten eine so denkwürdige und super schöne Zeit miteinander und genau das war es eigentlich was wir wollten. Im Nachhinein merke ich wie viel Zeit es braucht eine Person kennen zu lernen und wie sehr die Sprache, die nicht deine Muttersprache ist, dann doch eine Barriere sein kann und wenn ich das dann beachte, merke ich in wie kurzer Zeit man sich mit diesen Menschen doch so nahe gekommen ist. Ich bin super dankbar für die Menschen, die ich kennen lernen durfte und die Erfahrungen, die Positiven als auch die Negativen, die ich gemacht habe. Ja wir nehmen keine goldene Nase aus Perth mit, aber definitiv Erlebnisse.

 

Danke dafür 😀

 

Alltag oder nicht?

Ich sitze ein weiteres Mal in unserem großen Garten und genieße die Sonne. Ich überlege was ich wohl diesmal in versucht lyrischer Gekonntheit nieder schreiben könnte. Immer wieder bekomme ich das Gefühl der Alltag hätte wieder mit aller Macht eingeschlagen aber dann versuche ich zusammenzufassen und aufzuzählen was alles in letzter Zeit passiert ist und bemerke, dass man wohl kaum von einem Alltag sprechen kann. Zu viel ist passiert, zu ungewiss ist es, wie die kommende Woche abläuft. Ich arbeite viel aber auch meine Arbeitgeber wechseln (Anfangs mit genervter Stimmung betrachtet und bald schon gewohnt daran)  immer wieder und meine Erlebnisse werden vielleicht weniger atemberaubend aber trotzdem verfliegt die Zeit mit allem was passiert.

Nachdem wir nun tatsächlich das Haus von Freunden meines Travelmate Lukas bewohnen und darauf aufpassen, während die Familie ihre Verwandten in Deutschland besuchen, sind wir schon fast am Ende unserer Zeit in Perth angekommen und werden in etwas mehr als einer Woche schon los ziehen. Ich habe eigentlich gedacht, dass jetzt nicht mehr viel passieren wird und ich bis auf jede Menge Arbeit und viel Organisatorisches für die Reise nicht mehr viel erleben werde. Aber Vielmehr scheinen sich die Abende und Tage neben der Arbeit noch mehr zu füllen und man scheint so gerade an dem Punkt angekommen sein, wo man so viele Menschen trifft, die dir noch Vorschläge um die Ohren werfen, was man alles auf jeden Fall noch erlebt haben muss bis man weiter zieht.

Hier mal wieder ein paar Bilder. Diesmal habe ich mich kurz gehalten und nicht berichtet was so alles in meinen Kopf in letzter Zeit vor ging. Ich denke oft zu viel nach und meine Gedanken gehen dann meistens weit über ein normales „Erfassen der Umgebung und der Erlebnisse“ hinaus. Also an dieser Stelle mal wieder nur jede Menge Bilder und die kommenden Tage wieder wieder was zum Nachdenken. 😀

Viele Grüße an meine Familie und an meine Freunde.  Ich vermisse euch

  

Say it loud, say it clear. Refugees are welcome here! Australian Soul

 

Als ich dieses Mal nach Australien gekommen bin, dachte ich mein Bild über Australien und „DIE“ Australier sei recht vollkommen, doch wenn ich jetzt durch die Straßen laufe sehe ich etwas anderes.

Perth. Die Innenstadt ist recht voll, wie an den meisten sonnigen Tagen um die Mittagszeit. Alina und ich bummeln durch die Einkaufsstraßen, wie wir es so oft gemacht haben. Die Gedanken pendeln. Lautstark macht sich eine Demonstration bemerkbar. laut rufen die Menschen:“ Say it loud! Say it clear! Refugees are welcome here!“ Interessiert und verwundert nähern wir uns der Menschenmenge. Vielleicht 100-150 Menschen hatten sich hier getroffen, um ein Statement zu setzen. Es ist sind nicht viele Menschen aber nicht desto trotz bekomme ich eine Gänsehaut jedes Mal, wenn sie ihr Statement im Chor rufen. Ich bin begeistert. Ich verspüre Begeisterung und Sympathie mit diesen Menschen.

Schnitt

Langsam watschle ich hinter Tim meinem Mitbewohner her, der sich, wie so oft, die Aufgabe gestellt zu haben scheint den Second Hand Shop leer zu kaufen. Mit Belustigung folge ich ihm und genieße den freien Tag mit diesem unterhaltsamen Zeitgenossen und Freund. „Mit seinen 28 Jahren scheint unser Flatmate sich immer noch nicht zu schade zu sein mit Grimassen, lautem Gebrüll oder aber einfach seiner tiefenentspannten Art seine Mitmenschen zu belustigen.“ , denke ich mir. Ich schaue mich um. Der shop ist, wie eigentlich immer, recht spärlich besucht. Eine ältere Dame macht sich neben Tim daran irgendwelchen Ramsch aus dem Regal zu ziehen. Nachdem ich mich selbst ein wenig umgeschaut habe, schaue ich mal wie weit mein Kumpane gekommen ist. 2 Minuten später bin ich bepackt mit irgendwelchem Zeug, dass der junge Berliner wahrscheinlich nicht braucht, aber so billig ist, dass sogar der staubige Geldbeutel von Tim das noch herzugeben scheint. Tim hat mittlerweile ein Gespräch mit der älteren Dame begonnen. Ich höre kaum zu, weshalb ich immer wieder nur Satzfetzen aufgreife. Sie fragt Tim woher er denn komme. Ich begebe mich näher zu den beiden und höre genauer zu als Tim sagt, dass er eigentlich nicht zurück nach Deutschland ziehen will. Die Dame lächelt und meint:“ aja wegen der vielen Flüchtlinge oder?“ Ich bin schockiert und schaue Tim verwundert an. Tim scheint diese Aussage nicht weiter zu beachten. Ich drehe mich verärgert weg. Ich war so „baff“, dass ich nicht mehr tun konnte als mich wegzudrehen. Aus Interesse laufe ich wieder auf die beiden zu und möchte die Frau auf diese Aussage ansprechen. „Australien ist ein Paradies nicht wahr?“ Antwortet sie. Bevor ich an dem Gespräch teil nehmen kann, sagt Tim ganz trocken, dass er Australien liebe ihm jedoch zu viele Rassisten hier seien. Ich kann mir das Grinsen nicht verkneifen, wegen der absolut trockenen Provokation, die meinem Second Hand Guru doch tatsächlich, wie beiläufig,  mit gekonnter Desinteresse aus dem Mund kommt. Die Frau scheint  sichtlich überrascht und verwirrt. Nach ein paar Gedenksekunden antwortet sie mit den, meiner Meinung nach, traditionellem Floskeln einer Person mit einer Meinung aber ohne Argumente, was sich alles in allem ungefähr mit „Ich bin kein Rassist ABER…!“ zusammenfassen lässt. Tim stimmt ihr geübt provokant zu und das er ja gar nicht sie gemeint habe. Nach einigen hin und her geworfenen Zugeständnissen verabschiedet sich die Dame, scheinbar nicht zufrieden, da sie merkte, dass weder Tim noch ich überzeugt waren und Tim sie noch nicht einmal ernst nahm. „Was zur Hölle war das denn?“ frage ich Tim. Tim lacht mir zu. Keine 5 Minuten später kommt die Frau, die scheinbar den Laden schon verlassen hatte, wieder und wirft ein:“ Ihr seid ja deutsche nicht wahr? Ihr liebt doch Angela Merkel. Ich liebe Angela Merkel auch. Ich kann mir das Lachen kaum verkneifen, da diese Aussage wohl dazu dienen sollte uns klar zu machen Angela Merkel = Retterin der Flüchtlinge > daraus folgt Wer Angela Merkel mag = Kein Rassist. Ich folge erstaunt dem Gespräch, dass keine 3 Sätze später wieder bei der Aussage der Dame war, dass man ja gegen Muslime kämpfen müsse. Ich kann es kaum fassen doch Tim scheint das alles nicht zu überraschen.

Am Ende fragt sich natürlich jeder Besucher, der das so sieht oder aber auch liest:“ Ja was ist denn jetzt eher die Art der Australien? was ist der „Australian soul?“

Beantworten kann ich das leider auch nicht pauschal. Am Ende mache ich hier meine Erfahrungen und kann mit all meinen Erfahrungen von heute und denen, die ich bei meinen früheren Besuchen schon gemacht habe, eine Meinung bilden, möchte aber eher nicht davon sprechen, dass ich wüsste was genau die Wahrheit ist. Im Grunde ist es recht einfach zu sagen die Australier neigen zu einem recht rassistischem Verhalten. Ich habe solche Erfahrungen regelmäßig gemacht und auch die Familien, die ich schon kennen lernen durfte, konnten mir, was das angeht, wenig anderes berichten bzw. widersprechen. Die Australier scheinen durch ihre Abgelegenheit wenig Erfahrungen mit anderen Ländern bzw. Kulturen zu machen, was erklären könnte, dass einem der Rassismus nochmal ein wenig präsenter vorkommt als in Europa. Dieser Rassismus wendet sich gegen Asiaten, gegen Muslim und Aborigines. Meiner Meinung nach gegen die Asiaten, weil man die heimliche Eroberung der Chinesen fürchtet, gegen die Muslime, weil man kaum welche im Land hat und sich wie immer vor dem was man nicht kennt und in den Nachrichten nur im Zusammenhang mit Terrorismus sieht schützen muss und gegen die Aborigines, weil man die viele Aborigines auf der Straße sieht, die mit dem System nicht klar kommen, und ihnen vorwirft, dass sie ihre Kultur, die mit vielen tausend Jahren eine der ältesten Kulturen unserer Erde ist, nicht weg werfen und sich innerhalb von spärlichen 200 Jahren an unsere westliche Art zu leben anpassen. So sehen manche Australien ( Ich möchte nicht sagen viele, da es durchaus daran liegen kann, dass ich mich hier überwiegend unter der Arbeiterschaft aufhalte) hier einen asiatischen Arbeiter als Invasion, einen Muslim als Terrorist, und einen Aborigines als heruntergekommenes Tier an. So sind peinliche Vergleiche zwischen Flüchtlingen und Terroristen und absurde Ausrutscher man sollte doch mal einen Aborigines umbringen nicht die Tagesordnung jedoch leider auch keine Fantasievorstellung.

Ich möchte nicht behaupten, dass die meisten Australier oder auch mehr als in Deutschland rassistisches Gedankengut spazieren tragen. Es kann daran liegen, dass dies tatsächlich der Fall ist oder aber auch daran das die deutschen im Gegensatz zu den Australiern eine Geschichte haben, wegen der ihnen andere doch sehr sehr genau auf den Mund schauen und wir so mehr aufpassen was wir von dem, was wir denken, sagen. Ich möchte diesen Eintrag nicht dazu nutzen, dass Land mit ihren Menschen schlecht zu reden. Ich genieße Australien mit den unfassbar schönen Landschaften und die Menschen mit  ihrer sehr offenen Art und dem Sinn dafür das Leben zu genießen. Je länger ich hier bin desto mehr merke ich doch auch, dass die Australische Mentalität sich doch auch abhebt zur deutschen oder europäischen und vieles ganz anders ist aber wie bei jedem Menschen, muss man die Macken kennen, ignorieren und damit umgehen können. Mit Macken meine ich in diesem Fall nicht den Hang zum Rassismus, der mich doch zu aggressiv macht, als das ich ihn ignorieren könnte, sondern vielmehr ihre gelegentlich doch recht unehrliche Art verbunden mit ihrer nach außen extrem offenen und emotionalen Präsenz, die vielleicht Alina und mir als Person oder aber auch einfach als deutsche widerspricht.

Ich hoffe natürlich wie immer, dass euch dieser Blog gefallen hat und ihr etwas damit anfangen konntet. Ich werde immer wieder solche Texte hochladen, in denen ich euch einfach nur beschreiben werde was uns bewegt und nicht darauf eingehen werde, was bei uns gerade passiert. Wie immer freue ich mich sehr über Feedback und Fragen, die ihr vielleicht habt zu jeglichen Kontext, den ich hier beschreibe.

Zu guter letzt möchte ich sagen:“ Die traurige Tatsache ist, dass Rassismus leider oft auf dem unfassbar primitiven Kindergarten Argument basiert, dass wir als Einwohner zuerst da waren. Das was mich daran leider noch fassungsloser macht ist, dass die Australier noch nicht mal DAS ihr Argument nennen können. Wie schafft es eine Gesellschaft, die dieses Land vor ein paar Jahrhunderten entdeckt hat, die erst 1964 einheitlich Aborigines uneingeschränkt als Menschen mit den selben Rechten gleichgestellt hat, und die so unfassbar viele Besucher von allen Ländern dieser Erde haben, einen so tief ausgeprägten Rassismus gegenüber andersfarbigen oder anderen Kulturen öffentlich zur Schau zu tragen?

 

Perth

Nachdem Alina und ich dann einige Zeit bei unseren Freunden in Erina (Sydney) verbracht haben, haben wir den nächsten Flug gebucht nach Perth. Warum? Dafür haben doch einige Sachen gesprochen. Für mich ist die Ostküste bis auf einzelne Touristenmetropolen, wie Frazer Island, kein Neuland. Ich habe während meiner 3 Besuche in Australien bereits Melbourne, Sydney, Brisbane, Carns und Cape Tribulation gesehen. Auch unsere recht verhaltene Einstellung zu wilden Partys irgendwo in einer Großstadt und die Tatsache, dass es ein offenes Geheimnis ist, welche Vorteile die Westküste Australien der Ostküste gegenüber hat.

Also ab nach Perth und dort dann schnell eine Arbeit und eine Wohnung finden und nach ein paar Monaten arbeiten ab die Westküste hoch und das Land bereisen. So haben wir uns es zumindest vorgestellt.

Als wir in Perth ankamen, war ich recht erleichtert. Die Kakerlaken in unserem Hostel waren nichts woran wir uns erst gewöhnen mussten und die Stadt ist super schön. Ganz im Gegensatz zu Sydney ist Perth viel ruhiger und alles etwas kleiner. Sydney ist eine wunderschöne Stadt und das durfte ich selbst erfahren, aber es ist und bleibt eine Großstadt, eine Touristen- und Weltmetropole. Ich würde jetzt eigentlich versuchen euch direkt die Vor- und Nachteile dieser Stadt schlüssig aufzuzählen, damit ihr euch ein Bild machen könnt. Da Alina und ich hier jedoch mehrere Monate verbringen werden, glaube ich werde ich meine Einträge weiter schreiben und am Ende meiner Zeit hier meine Erfahrungen zusammenfassen und euch wird mein Bild von Perth an Hand meiner Einträge nachvollziehbar sein.

2 Wochen blieben wir im Zentrum Perth´s in einem Hostel und begannen mit Wohnungen zu besichtigen und uns nach einer Unterkunft umzuschauen, die für uns ein kleines Zuhause werden sollte über die Zeit, die wir hier verbringen würden, um Geld zu verdienen und das Land, die Stadt sowie die Menschen kennen zu lernen. Angefangen hatte alles mit einer Wohnung, in die wir einzogen sind nur, um eine Woche später wieder auszuziehen. Grund dafür war, dass der Preis von 190$ die Woche aus irgendeinem Grund nach 2 Tagen auf 250$ gestiegen war. Ob es rein böse Absichten oder ein Missverständnis war wissen wir nicht , doch trotzdem war dies das beste was Alina und mir im Nachhinein passieren konnte. Die erste Wohnung hatte zwar (zumindest anfangs) einen recht niedrigen Preis lag dafür aber auch ziemlich weit vom Zentrum weg und war mit der Bahn nur sehr umständlich zu erreichen, zumal die Busverbindungen in Perth recht kläglich und absolut unzuverlässig sind, was einen vor ein Rätsel stellt, bei den unfassbar vielen Bussen, die an einem vorbeirauschen mit der Anzeige „Not in Service“. Also zogen wir danach nach Fremantle.

Hier wohnen wir nun in Freo in einer Wg, die für deutsche Verhältnisse unverschämt groß ist, 2 Gehminuten von unserm kleinen Dorfzentrum und 1 Querstraßen von unserem unendlichen Planschbecken entfernt. Zusammen mit einem Australier namens Ezre und einem Berliner namens Tim verbringen wir nun hier die kommenden Monate während wir arbeiten. Einen Job zu finden hat sich jedoch als weitaus schwieriger heraus gestellt,  als wir erwartet hatten. 1 1/2 Monate haben Alina und ich uns mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten und so unsere Miete und Nahrung bezahlt. Selbst als Alina nun endlich einen Job gefunden hatte bei einem Cafe in der reichen Gegend von Claremont, hat es bei mir noch ein paar Wochen gedauert, bis mich endlich Eric, bei dem ich schon ein paar Gelegenheitsjobs angenommen habe, anschrieb und mir einen Job angeboten hat. Die Arbeit ist hart und durchschnittlich arbeite  ich etwa 13 Stunden mit recht geringen Pausen, aber er bezahlt fair und zuverlässig, was in Australien schon etwas besonderes ist.

So geht die Zeit nun ins Land. Wir arbeiten sehr viel und genießen die Abende, an welchen wir noch etwas mit unseren Mitbewohnern unternehmen können und freuen uns mit jedem Tag mehr auf die anstehende Reise, die wir nun schon in weniger als 2 Monaten beginnen werden.

 

 

Wie ihr vielleicht schon festgestellt habt, habe ich es vermieden zu erläutern, wie unsere Erlebnisse mit den Menschen hier sind und zu erzählen was uns in letzter Zeit so bewegt hat. Das würde ich gerne nochmal in einem eigenen Eintrag festhalten, der bald kommen wird, da es sonst wahrscheinlich recht verwirrend wird sowohl chronologisch zu erzählen, was passiert ist als auch zu bewerten, was wir erlebt haben.

Dieser Blogeintrag ist ein Schnelldurchlauf der letzten 2 Monate gewesen und deshalb auch nicht sehr ausführlich. In der kommenden zeit werde ich noch einmal ausführlich auf Wichtigeres eingehen. Ich hoffe natürlich ihr könnt euch trotzdem ein Bild machen und verliert das Interesse nicht. Ich freue mich, wenn euch meine Einträge noch interessieren und noch viel mehr, wenn ihr mir über die verschiedenen Wege mal ein Feedback zukommen lasst. Auch Verbesserungsvorschläge kann ich immer gut gebrauchen.

Viele Liebe Grüße Euer Coco

Da bin ich mal für 3 Minuten weg, um am Schalter meine Bankkarte abzuholen, da gönnt sich die junge Dame schon eine Verschnaufpause in einer Bankfiliale.
Kaum einen Tag nachdem wir nach Fremantle gezogen sind. Der erste Anruf für einen Job. Ansage: sei in einer halben Stunde

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 13 Stunden Arbeit kein Ende in Sicht

Tim unser Mitbewohner

Terrigal Beach

Jeder, der an einen Ort, wo er mal für eine Zeit gelebt hat, zurück kommt, wird mir vielleicht zustimmen, dass das etwas besonderes aber auch seltsames ist. Terrigal Beach. Der Ort nahe zu Sydney, wo ich 2012 fast 2 Monate meiner „Frühpubertät“ (;D) verbracht habe, ist mein Ort der Erinnerung, an den ich wieder zurück gekommen bin. „Ursino“ ist der Name der Familie, die ich für eine Weile meine Familie genannt habe und die ich nun wieder getroffen habe! Das war ein besonderer, wenn auch recht seltsamer Besuch für mich. Die Geschäfte haben sich verändert, die Menschen sind älter geworden, Ben, mein kleiner Gastbruder, ist groß geworden und nun in seinem letzten Jahr an der Schule. Wenn ich an die Zeit zurück denke, die ich dort gelebt habe, kann man sich das wohl kaum vorstellen und doch ist vieles gleich geblieben. Es ist immer noch unfassbar schön am Strand entlang zu laufen und über die Felsen zu klettern, meinen Schulweg von der Busstation zu meinem „Zuhause“ nachzulaufen. Nochmal über das Schulgelände meiner Gastschule zu laufen, wo ich so viel gelernt und erfahren habe, und natürlich meine Familie wieder zu sehen. Viel hat sich verändert doch im Kern erkenne ich mein Zuhause und die Menschen wieder. Ich möchte gerne nochmal Danke sagen, dass ihr auch diesen Besuch wieder zu einem besonderen und schönen Erlebnis gemacht habt.

Danke an John, du warst mir ein großartiger Ersatzpapa.

Danke an Karin, dass du dich so großartig um mich gekümmert hast, obwohl ich bestimmt Reife habe missen lassen.

Danke an dich Ben, Hatte eine super Zeit mit dir und erst mal Respekt an dein Durchhaltevermögen beim kabbeln :D.

Danke an dich Anthony. Ich habe dich als kleiner Junge schon bewundert und tue es heute noch, dass du es doch tatsächlich geschafft hast dir endlich deinen Traum von einem eigenen Musikgeschäft zu verwirklichen.

Danke an dich Ingrid, dass du Alina und mich bei dir wohnen hast lassen und uns verwöhnt hast, als ob wir dir nicht nur Mühe gemacht hätten. Ich danke dir auch für die super Gespräche, die wir hatten, heute wie damals. Ich habe sie sehr genossen.

Danke an Emma, Erst einmal super vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast Alina und mich mit zu bewirten und zu kutschieren, aber auch für die lustigen Gespräche. Ich freue mich immer wieder dich zu sehen.

Danke auch an dich Nicki. Ich hoffe du weißt, dass ich es oft nicht schaffe meine Späße im Englischen so zu sagen, dass sie auch so ankommen, wie sie eigentlich gemeint sind.

Danke an dich Giorgia. Ich genieße die Gespräche immer sehr mit dir und würde mich natürlich sehr freuen, wenn du mich tatsächlich mal besuchen kommst! 😀 Ich bin stolz auf dich und bewundere dich, dass du schon jetzt eine sehr vernünftige und reife Frau bist.

Danke Sam du Haudegen 😀 (wenn das mal einer Übersetzen kann ^^) Ich verzeihe dir natürlich, dass du mich ein ums andere Mal beim Spiele spielen besiegt hast :D. Setz dich auch ja durch gegen all die Frauen um dich herum, aber bitte nicht gegen deine Mom! 😀

Danke an dich Olivia, du bist aufgedreht, wie ein Sportler mit Adrenalinkick, aber das lockert die Stimmung auf. Wenn du diese Art in den richtigen Momenten bis ins Alter beibehalten kannst. SPITZE 😀 ^^

Super schade natürlich, dass ich Phill und Luke nicht sehen konnte. Hoffe aber natürlich auch, dass es euch gut geht und ich euch vielleicht bald mal wieder sehe.

Viele Liebe Grüße an euch alle. Ich hoffe ich sehe euch bald mal wieder!

Nein das bin ich nicht. Das ist mein Papa 😀

Fynn hatte den selben Besuch 3 Jahre zuvor bei den Ursinos gemacht. Dies sollte eine Überraschung von mir zum Gebrutstag sein. Leider habe ich ihm das nie gegeben.
Sorry dafür Fynn 😀

 

 

 

 

 

 

Erinnerungen

Erinnerungen. Man kennt es als eine neblige Masse im Hinterkopf, die je nach dem, wie sehr diese Erinnerung mit Emotionen verbunden ist, klarer oder eben doch recht wirr zu erkennen ist. Ich kann natürlich nicht behaupten, dass alles was ich erlebt habe in den letzten Monaten, in Sydney, in Perth, in Fremantle nicht mit Emotionen verbunden ist, aber dieses Mal sind es wohl die Fülle an Erlebnissen, was die Erinnerung für mich undurchsichtig und schwer zu greifen macht. Deshalb werde ich versuche mit Bildern deutlich zu machen, was Sydney ausmacht und so viele Menschen dieser Welt beeindruckt.

Im Jahr 2012 war ich schon Mal für fast 2 Monate in Sydney und habe eine Schule in Erina besucht und bei Freunden meines Vaters gewohnt.

Sydney. Nicht umsonst wird diese Stadt eine der schönsten Städte der Welt genannt. So bin ich auch bei diesem Besuch wieder beeindruckt von der Vielseitigkeit und Schönheit dieser Stadt. Je nach dem, ob man durch einen der großen Parks Sydneys, Ein Theaterstück im Opera House anschaut, die Habour bridge betrachtet, oder durch die vielen Viertel der Stadt schlendert. So entdeckt man viel, wenn man Sydney zu Fuß erkundet und am Ende führen logischerweise alle Wege zum Meer.

Meiner Freundin sagt Sydney nicht so zu wie ich gedacht habe, was jedoch sicher auch daran liegt, dass sie die Stadt unter dem Umstand kennen gelernt hat, dass sie nur dort war, um auf mich zu warten und auch das Au Pair recht enttäuschend verlaufen ist. Bei mir sind es sicher auch die Erinnerungen, die ich mit Sydney verbinden kann, obwohl ich sonst auch Alina`s Blick nachvollziehen kann. Sydney ist eine Business, und Tourismus Metropole, was die Stadt doch recht durcheinander und stressig wirken lässt.